Benedict Kloeckner spielt Mendelssohns Lied ohne Worte D-Dur op. 109 bei den Schwetzinger Festspielen 2009, am Klavier begleitet von Jose Gallardo. Live Mitschnit des SWR.
Der Cellist Benedict Kloeckner wurde im Oktober dieses Jahres in unseren Studiengang “
Kronberg Academy Masters” aufgenommen. Wie es dazu kam und welche Erwartungen er an den Studiengang hat, hat er mir in einem kurzen Interview erzählt.
1. Wie ist es dazu gekommen, dass Sie als Junger Solist in den Studiengang aufgenommen wurden?
Seit 2004 habe ich regelmäßig an den Meisterkursen und am Festival der Kronberg Academy teilgenommen und wurde von so renommierten Lehrern wie David Geringas, Ralph Kirschbaum, Michael Sanderling, Frans Helmerson, Julius Berger und Bernhard Greenhouse unterrichtet. Es war für mich eine großartige Möglichkeit in sehr kurzer Zeit eine Fülle von Inspiration und künstlerischen Erlebnissen zu bekommen. Es wurde mir manchmal erst im Nachhinein bewusst, wie sehr mich mancher Lehrer und manches Konzert inspiriert und mein persönliches Spiel weitergebracht haben.
2. Welche Erwartungen haben Sie an den Studiengang?
Ich hoffe, dass sich meine künstlerische Entwicklung dank der sehr individuellen, maßgeschneiderten Förderung und Betreuung durch die Kronberg Academy, sowie den Unterricht bei Prof.Frans Helmerson weiter positiv entfalten wird. Ich verspreche mir inspirierende Begegnungen mit Musikerpersönlichkeiten, die mir wichtige Impulse für mein Spiel geben können.
3. Sie hatten einen Workshop bei Gidon Kremer. Wie müssen sich unsere Leserinnen und Leser so einen Workshop vorstellen?
Es war ganz sicher kein normaler Workshop, sondern eher ein Interpretationskurs im besten Sinne, oder wie Gidon Kremer sich ausdrückte ein Dialog. Alle Teilnehmer wurden ermutigt ihre Meinung frei zu äußern, da Herr Kremer immer wieder auch betonte, dass er durchaus auch irren könne, dass sein Urteil eben auch seine persönliche Meinung sei, die allerdings stets den Nagel auf den Kopf traf. Er beurteilte nicht nur das rein Handwerkliche des Musikstückes, sondern besonders die musikalische Aussage des Interpreten. Wirklich erstaunlich war dabei seine faszinierende Beobachtungsgabe mit der er sehr präzise die Stärken und Schwächen des jeweiligen Spielers erkannte und diese sehr offen zur Diskussion stellte.
Stets mahnte er, dass die Bravour des Handwerks mit der intellektuellen und emotionalen Notwendigkeit der Komposition zu verbinden sei. Er vermittelte uns die Notwendigkeit eines geistig und emotional gleichermaßen überzeugenden Spiels, in dem nicht nur schöne Passagen aneinander gereiht werden, sondern eine packende Geschichte erzählt wird. Er ermutigte uns in jeder Komposition nach neuen Klangfarben und Horizonten zu suchen, und sich dabei durchaus von angrenzenden Künsten wie Malerei und Literatur inspirieren zu lassen.
Sehr interessant waren auch die Geschichten eines an außergewöhnlichen Erlebnissen reichen Künstlerlebens, die Gidon Kremer abends beim gemeinsamen Essen im kleinen Kreis erzählte.
Die Stimmung des Kurses war sehr anregend, jeder Spieler gab sein Bestes und konnte sich einer äußerst aufmerksamen Zuhörerschaft sicher sein, die anschließend in einer lebhaften Diskussion die Interpretation diskutierte.
Es war für mich ein äußerst erhebendes und inspirierendes Erlebnis mit solch einem großen Künstler so intensiv arbeiten zu dürfen.
Vielen Dank für das Interview und den interessanten Einblick in einen Workshop mit Gidon Kremer.

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